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Im Zentrum dieses Artikels steht die Annahme, dass Rationalität nicht mit einem bewussten oder logischen und damit analytischen Ansatz verwechselt werden darf. In dieser Hinsicht bleibt Simons Ansicht zur Rationalität gültig: Ein Entscheidungsansatz ist ökologisch rational, soweit er in die Struktur des gegebenen Problems passt, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen. Irrationalität hingegen bedeutet schlechte Passform (Simon 1993). In diesem Sinne wird ein analytischer Ansatz, wenn man mit maximaler Zweideutigkeit konfrontiert wird, stark verdächtigt, irrational zu sein. Zack, Michael H. 2007. Die Rolle von Entscheidungsunterstützungssystemen in einer unbestimmten Welt. Entscheidungsunterstützungssysteme 43 (4): 1664–1674. Das Problem bei einer solchen Ansicht besteht darin, dass sie die Tatsache bestreitet, dass echte Entscheidungsprobleme oft für mehrfache Interpretationen offen sind. Eine Situation in kleinste Einheiten zu zerlegen, um sie seriell zu berechnen, ist nur möglich, wenn Mehrdeutigkeit bereits auf eine eindeutige Interpretation reduziert wurde. Diese Vernachlässigung der Mehrdeutigkeit ist einer der Hauptkritikpunkte an Simons Auffassung von menschlicher Informationsverarbeitung. So weisen Mumby und Putnam (1992) darauf hin, dass es in Simons Sicht keinen Raum für Mehrdeutigkeit gibt: Anstatt Mehrdeutigkeit zu tolerieren oder anzunehmen, um gleichzeitig divergierende oder widersprüchliche Positionen zu erkennen, muss die Mehrdeutigkeit auf Null reduziert werden, was zu Null-Mehrdeutigkeitstoleranz führt. In ähnlicher Weise betonte Dreyfus (1999) in kritischer Reaktion auf Simon, dass die menschliche Fähigkeit, “mit Situationen umzugehen, die mehrdeutig sind, ohne sie durch die Errebung einer genauen Beschreibung transformieren zu müssen” (S.

107) eine implizite Form der Informationsverarbeitung ist, die sich grundlegend von der formalisierbaren Logik der Analyse unterscheidet. Im Allgemeinen haben implizite Formen von Informationen (oder Wissen), die nicht vollständig in explizite Formen von Informationen (oder Wissen) umgewandelt werden können, keinen Raum in Simons Weltbild (Foss 2003; Miller 2008). Nicht zuletzt fordert der vorliegende Artikel eine systematische Erforschung kognitiver Vorurteile, die auftreten, wenn zweideutige Situationen analytisch angegangen werden. Wenn die Art der Informationsverarbeitung und der Grad der Eindeutigkeit nicht übereinstimmen, soll die Entscheidungsfindung ineffektiv sein, was schließlich als kognitive Voreingenommenheit, definiert als “systematischer Fehler in Urteil und Entscheidungsfindung” definiert wird (Wilke und Mata 2012: 531).

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